Zugang und Kosten Medikamente: Fakten schaffen
Die Zahl neuer Medikamente, die von der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP) vergütet werden, hat seit Ende der Corona-Krise weiter zugenommen. 2025 bearbeitete das Bundesamt für Gesundheit (BAG) 202 Gesuche für wichtige Anpassungen der Spezialitätenliste (SL). Dadurc...
Amtlicher Inhalt
- Geschaeft
- 26.3540
- Typ
- Interpellation
- Status
- Eingereicht
Vorstosstext
Die Zahl neuer Medikamente, die von der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP) vergütet werden, hat seit Ende der Corona-Krise weiter zugenommen. 2025 bearbeitete das Bundesamt für Gesundheit (BAG) 202 Gesuche für wichtige Anpassungen der Spezialitätenliste (SL). Dadurch wurde der Zugang zu 39 neuen Medikamenten und 52 neuen therapeutischen Indikationen ermöglicht. Um die Versorgungssicherheit zu stärken, bewilligte das BAG Preiserhöhungen für 14 Medikamenten und verzichtete in 120 Fällen auf Preissenkungen.
Gleichzeitig verschärft sich das internationale Umfeld. Auf der anderen Seite des Atlantiks wird in den USA intensiv über eine stärkere staatliche Kontrolle der Medikamentenpreise diskutiert, unter anderem über Modelle, welche die in den USA zulässigen Preise explizit an das Preisniveau in Referenzländern – darunter auch die Schweiz – koppeln. Für die Schweiz stellt sich damit zunehmend die Frage, wie sich nationale Gesundheitspolitik und Preispolitik und internationale Wettbewerbsfähigkeit austarieren lassen.
Denn gleichzeitig sind die Medikamentenkosten deutlich angestiegen. Laut Datenauswertung des BAG haben sie seit 2014 um mehr als 50 Prozent zugenommen: von 5,8 Milliarden Franken auf 9,2 Milliarden Franken im Jahr 2024.
In diesem Zusammenhang wird der Bundesrat gebeten, folgende Fragen zu beantworten:
- Wie beurteilt der Bundesrat den Zusammenhang zwischen der Umsetzung des Kostendämpfungspakets 2 und dem zunehmend schwierigen internationalen Umfeld, insbesondere mit Blick auf US-Preispolitik, Referenzpreismodelle, Handelskonflikte und Versorgungssicherheit? Kann das Paket dazu beitragen, den Zugang zu innovativen Medikamenten zu verbessern und gleichzeitig die Versorgungssicherheit zu stärken?
- Hat die Schweiz ein grundsätzliches Problem mit der Arzneimittelversorgung? Wenn ja: Betrifft dieses Phänomen Generika, ältere tiefpreisige Arzneimittel und innovative neue Medikamente in unterschiedlicher Art und Weise?
- Welchen Trend kann man dabei in den letzten 10 Jahren beobachten?
- Wie will der Bundesrat sicherstellen, dass der Zugang zu innovativen Medikamenten gewährleistet bleibt, ohne dass die Prämienzahlerinnen und Prämienzahler noch mehr belastet werden?
- Welche Art von Arzneimittel sind verantwortlich für den Kostenanstieg im Bereich der Medikamente (patentgeschützte Arzneimittel, Generika, Biosimilars)?
- Welche Rolle spielt die Einzelfallvergütung nach Art. 71a-c KVV beim Zugang zu neuen oder noch nicht in der Spezialitätenliste aufgenommenen Medikamenten, und wie hat sich deren Bedeutung in den letzten Jahren entwickelt?
Gemäss einer aktuellen Publikation der EFPA Patient W.A.I.T Indicators verliert die Schweiz beim Zugang zu neuen innovativen Medikamenten an Boden. Wie bewertet der Bundesrat den konkreten (Zusatz-)Nutzen solcher innovativen Medikamente und wie würde die Nutzenbewertung aufgrund des rascheren Zugangs zu innovativen Medikamenten (Stichwort Vergütung ab Tag 0) aussehen?
Quelle: Parlament.ch Curia Vista, automatisch importiert.
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