Kosten und hohe Preisunterschiede von Medizinalprodukten in der Schweiz
Jüngste Medienrecherchen machen auf besorgniserregende Missstände bei der Preisfestsetzung und Abrechnung von Medizinalprodukten in der Schweiz aufmerksam. Für strikt identische Produkte, die zulasten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP) abgerechnet werden, können...
Amtlicher Inhalt
- Geschaeft
- 26.3546
- Typ
- Interpellation
- Status
- Eingereicht
Vorstosstext
Jüngste Medienrecherchen machen auf besorgniserregende Missstände bei der Preisfestsetzung und Abrechnung von Medizinalprodukten in der Schweiz aufmerksam. Für strikt identische Produkte, die zulasten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP) abgerechnet werden, können die Preise stark variieren. Dies nicht nur im Vergleich zum Ausland, sondern auch zwischen Spitälern innerhalb der Schweiz.
So ist dem Artikel der NZZ «Ein neues Knie zum doppelten Preis» vom 9. April 2026 zu entnehmen, dass ein Schweizer Spital für ein «Triathlon»-Knie gemäss Preisdaten 2'585.- Franken bezahlt. Ein deutsches Krankenhaus hingegen erhält exakt dieselbe Prothese für 1'490.- Euro. Dies entspricht einem Preisaufschlag von über 80 Prozent zulasten der Schweiz. Zudem kosten Herzschrittmacher in der Schweiz teilweise bis zu fünfmal so viel wie in Deutschland, was nicht ausschliesslich durch den Kaufkraftunterschied erklärbar ist.
In diesem Zusammenhang ersuche ich den Bundesrat, die folgenden Fragen zu beantworten:
- Wie beurteilt der Bundesrat das Ausmass der beobachteten Preisunterschiede bei identischen Medizinalprodukten, die zulasten der OKP verrechnet werden; dies, sowohl zwischen Schweizer Spitälern als auch im internationalen Vergleich?
- Verfügt der Bundesrat über einen Gesamtüberblick über die Auswirkungen dieser Praktiken auf die Kostenentwicklung und die Prämien in der OKP nach KVG?
- Wie stellt der Bundesrat sicher, dass Rabatte und Vorteile, welche Leistungserbringer beim Einkauf von Medizinalprodukten erhalten, gemäss den gesetzlichen Vorgaben vollständig in der Abrechnung zulasten der obligatorischen Krankenversicherung weitergegeben werden?
- Welche Massnahmen beabsichtigt der Bundesrat gegebenenfalls vorzuschlagen?
- Welche Vor‑ und Nachteile sieht der Bundesrat in der Einführung von Höchstpreisen oder in der Einschränkung von Vertraulichkeitsklauseln?
Quelle: Parlament.ch Curia Vista, automatisch importiert.
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