Regulierung von Medfluencer:innen
Medfluencing zeigt Handlungsbedarf beim Konsumentenschutz und in Bezug auf die öffentliche Gesundheit. Wie beurteilt der Bundesrat die zunehmende Rolle von Medfluencer:innen für die Gesundheitsinformation der Bevölkerung? Existieren Lücken in der Gesetzgebung im Hinblick auf ges...
Amtlicher Inhalt
- Geschaeft
- 26.3549
- Typ
- Interpellation
- Status
- Eingereicht
Vorstosstext
Medfluencing zeigt Handlungsbedarf beim Konsumentenschutz und in Bezug auf die öffentliche Gesundheit.
- Wie beurteilt der Bundesrat die zunehmende Rolle von Medfluencer:innen für die Gesundheitsinformation der Bevölkerung?
- Existieren Lücken in der Gesetzgebung im Hinblick auf gesundheitsbezogene Inhalte auf sozialen Medien?
- Wie wirksam ist die Durchsetzung der geltenden Gesetze, insbesondere im Bereich der Heilmittelwerbung auf sozialen Medien?
- Welche Massnahmen ergreifen die Behörden, um gegen irreführende oder unzulässige Gesundheitsversprechen durch Influencer:innen vorzugehen?
- Besteht aus Sicht des Bundesrates Bedarf für spezifischere Regelungen oder Leitlinien für gesundheitsbezogene Inhalte durch Influencer:innen?
- Wie kann sichergestellt werden, dass insbesondere junge Menschen besser vor potenziell schädlicher Gesundheitsdesinformation geschützt werden?
- Ist der Bundesrat bereit zu prüfen, ob Transparenzpflichten und strengere Kennzeichnungsvorschriften für gesundheitsbezogene Werbung auf sozialen Medien notwendig sind?
- Welche Rolle sieht der Bundesrat für Prävention und Aufklärung im Umgang mit gesundheitsbezogenen Inhalten auf digitalen Plattformen?
Begruendung
Der zunehmende Einfluss von Medfluencer:innen auf Plattformen wie Tiktok, Instagram und YouTube stellt die öffentliche Gesundheit, besonders bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen, vor neue Herausforderungen. Personen mit grosser Reichweite verbreiten gesundheitsbezogene Inhalte, geben Empfehlungen zu Medikamenten, Nahrungsergänzungsmitteln und Therapien und treten als Fachpersonen auf.
In der Schweiz existieren gesetzliche Grundlagen, insbesondere das Bundesgesetz gegen den unlauteren Wettbewerb sowie das Heilmittelrecht. Dennoch zeigt die Praxis, dass diese Regelwerke im digitalen Raum oft schwer durchsetzbar sind. Problematisch sind insbesondere irreführende Gesundheitsversprechen, unzureichend gekennzeichnete Werbung sowie die Vermischung von Information und kommerziellen Interessen. Gesundheitsinformationen im Internet beeinflussen das Verhalten der Bevölkerung direkt. Fehl- oder Desinformation kann zu gesundheitlichen Risiken führen, insbesondere wenn kommerzielle Interessen nicht transparent offengelegt werden. Eine klare, durchsetzbare Regulierung sowie verstärkte Aufklärung sind zentrale Voraussetzungen, um den Schutz der Bevölkerung zu gewährleisten und das Vertrauen in evidenzbasierte Medizin zu stärken.
Quelle: Parlament.ch Curia Vista, automatisch importiert.
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