Amtlicher Inhalt

Geschaeft
26.3562
Typ
Interpellation
Status
Eingereicht

Vorstosstext

Der Bundesrat kam 2016 zum Schluss, dass die vertrauliche Geburt die Interessen von Mutter und Kind besser wahrt als alternative Modelle und deshalb gestärkt werden soll. Gleichzeitig hielt er Verbesserungsbedarf beim Zugang und bei der Vertraulichkeit fest.

Seither wurden entsprechende Angebote ausgebaut. Die Umsetzung bleibt jedoch uneinheitlich und lückenhaft. Während einige Kantone und Spitäler über klare Regelungen und Abläufe verfügen, fehlen andernorts verbindliche Standards oder leicht zugängliche Informationen. Die Möglichkeit einer vertraulichen Geburt ist zudem vielen betroffenen Frauen und teilweise auch Fachpersonen zu wenig bekannt. Es gibt Defizite. Gleichzeitig wird die Diskussion um Babyfenster und anonyme Geburten weiterhin geführt. Erst kürzlich wurde in Basel erneut ein Neugeborenes in ein Babyfenster gelegt.

Zehn Jahre später ist eine Standortbestimmung angezeigt. Der Bericht soll bestehende Versorgungslücken aufzeigen und darlegen, welche Massnahmen notwendig sind, um Frauen in Notlagen schweizweit einen sicheren, professionell begleiteten und vertraulichen Zugang zur Geburt zu ermöglichen.

Die Interpellantin bittet um die Beantwortung folgender Fragen: 

  1. In welchem Umfang wurden die Empfehlungen des Bundesratsberichts 13.4189 vom Oktober 2016 umgesetzt?
  2. Welche kantonalen Unterschiede heute beim Zugang zu vertraulichen Geburten bestehen, insbesondere hinsichtlich gesetzlicher Grundlagen, Finanzierung, Abläufen, interinstitutioneller Zusammenarbeit und Information der Betroffenen?
  3. Welche Massnahmen sind erforderlich, um einen schweizweit flächendeckenden, niederschwelligen und diskriminierungsfreien Zugang zu vertraulichen Geburten sicherzustellen?
  4. Wie kann die Bekanntheit der vertraulichen Geburt insbesondere bei vulnerablen Frauen, Minderjährigen, Migrant:innen, Frauen in Gewaltbeziehungen oder prekären Lebenssituationen verbessert werden?
  5. Wären nationale Mindeststandards oder eine gesetzliche Verankerung der vertraulichen Geburt resp. ein Ausbau der vertraulichen Geburt hin auch bis zur anonymen Geburt auf Bundesebene zweckmässig?
  6. Wie  hat sich die Situation bezüglich anonymer Geburten und Babyfenstern seit dem Bericht von 2016 entwickelt?  Und entstand daraus weiterer gesetzgeberischer Handlungsbedarf?  Dies im Besonderen, da die Finanzierung der Babyfenster privat ist und unbekannt ist und keine gesamt-ch Statistik geführt wird.
Soziale FragenGesundheit

Quelle: Parlament.ch Curia Vista, automatisch importiert.