Amtlicher Inhalt

Geschaeft
26.3582
Typ
Interpellation
Status
Eingereicht

Vorstosstext

Gemäss der Asylstrategie 2027 erfolgt die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit von anerkannten Flüchtlingen und vorläufig Aufgenommenen oft nicht dauerhaft und weist eine unterdurchschnittliche Entlöhnung auf, was zu ergänzender Sozialhilfeabhängigkeit führen kann. Handlungsbedarf besteht insbesondere bei Frauen: gemäss dem Monitoring zur Integrationsförderung ist deren Erwerbstätigenquote sieben Jahre nach Einreise nur halb so hoch wie jene der Männer.1  

 

Voraussetzung für eine nachhaltige Erwerbstätigkeit ist auf dem Schweizer Arbeitsmarkt oft eine minimale berufliche Ausbildung. Bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen leistet die Integrationsvorlehre (INVOL) einen wichtigen Beitrag. Für Erwachsene, bei denen die direkte Arbeitsmarktfähigkeit im Vordergrund steht, sind schweizweit anerkannte Branchenzertifikate wie das SRK-Pflegehelferzertifikat oder die Programme Riesco und Progresso in der Gastronomie von hohem Wert. Sie vermitteln innert weniger Monate praxisrelevante Kompetenzen, die unmittelbar am Arbeitsmarkt verwertbar sind. Mit Programmen wie SESAM fördert der Bundesrat die Verbreitung des SRK-Pflegehelferzertifikats bereits seit einigen Jahren.  

 

Mit Blick auf das Ziel der Asylstrategie 2027 die Arbeitsmarktintegration weiter zu stärken, wird der Bundesrat gebeten, folgende Fragen zu beantworten: 

 

  1. Welche Auswirkungen auf die Erwerbsquote, auf die Sozialhilfeabhängigkeit und Arbeitslosenrate hat ein Abschluss eines Branchenzertifikats im Vergleich zu Personen, welche direkt in den Arbeitsmarkt einsteigen und wie beurteilt der Bundesrat das Potenzial durch eine stärkere Förderung von Branchenzertifikaten die Erwerbstätigkeit von anerkannten Flüchtlingen und vorläufig Aufgenommenen nachhaltig zu stärken?  
  2. Welches sind die grössten Hürden für die Teilnahme an den Programmen zu Branchenzertifikaten, insbesondere für Frauen und wie baut der Bundesrat diese ab?  
  3. Welche Rolle spielen mangelnde Sprachkenntnisse und wie beurteilt der Bundesrat das Potenzial von vorgelagerten berufsspezifischen Sprachkursen, wie fide für Gastronomie/Hotellerie?  
  4. Hat der Bundesrat evaluiert, in welchen weiteren Branchen, insbesondere solche mit hohem Fachkräftebedarf, Potenzial besteht, um Branchenzertifikate gemeinsam mit Branchen- und Berufsverbänden zu etablieren und zu fördern?  
  5. Welche Möglichkeiten sieht der Bundesrat über die Qualifikation hinaus, um die Anreize für Unternehmen zu stärken anerkannte Flüchtlinge und vorläufig aufgenommene Personen einzustellen?  
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Quelle: Parlament.ch Curia Vista, automatisch importiert.