Durchlässigkeit im Betreuungs- und Bildungsbereich stärken
Der Bundesrat wird um die Beantwortung folgender Fragen gebeten: Welche Möglichkeiten bestehen, im Frühbereich (Kindergarten sowie 1.–3. Primarklasse) zusätzlich zum bisherigen, hochschulbasierten Modell stärker praxisorientierte, duale Ausbildungswege für Lehrpersonen zu entwic...
Amtlicher Inhalt
- Geschaeft
- 26.3649
- Typ
- Interpellation
- Status
- Eingereicht
Vorstosstext
Der Bundesrat wird um die Beantwortung folgender Fragen gebeten:
- Welche Möglichkeiten bestehen, im Frühbereich (Kindergarten sowie 1.–3. Primarklasse) zusätzlich zum bisherigen, hochschulbasierten Modell stärker praxisorientierte, duale Ausbildungswege für Lehrpersonen zu entwickeln?
- Könnten bestehende Bildungsangebote der höheren Berufsbildung – insbesondere die Höhere Fachschule Kindheitspädagogik HF und verwandte Studiengänge – in enger Kooperation mit den Pädagogischen Hochschulen als Grundlage für einen solchen dualen Ausbildungsweg dienen?
- Könnte ein solches Modell im Vergleich zum heutigen System, Vorteile aufweisen, insbesondere in Bezug auf die
Attraktivität und Aufwertung der beruflichen Bildungswege (FaBe EFZ, Berufsmaturität, HF) sowie die Bindung erfahrener Fachpersonen an das Bildungssystem?
Begruendung
Fachpersonen Betreuung EFZ (FaBe), leisten einen wichtigen Beitrag in Kitas und den schulergänzenden Tagesstrukturen. Sie verfügen über hohe Praxis- und Sozialkompetenzen im Umgang mit Kindern. Mit der Einführung von Tagesschulen und dem Ausbau schulergänzender Angebote nimmt die Bedeutung dieser Berufsgruppen zu. Gleichzeitig bleibt der Weg in die Lehrtätigkeit für diese Fachpersonen beschwerlich. Trotz Berufsmaturität ist der Zugang zu Pädagogischen Hochschulen in der Praxis schwierig.
Die ausgeschriebenen Funktionen für FaBe im schulischen Umfeld sind oftmals kleinteilig (z.B. wenige Prozentpensen im Randstunden- oder Mittagsbereich) und dadurch weniger attraktiv, obwohl die pädagogische Verantwortung im Alltag mit Kindern hoch ist. Gut ausgebildete und erfahrene FaBe-Fachpersonen wandern ab, weil ihnen im Bildungssystem kaum Entwicklungsperspektiven hin zur Lehrtätigkeit offenstehen.
Angesichts des sich weiter akzentuierenden Fachkräftemangels im Frühbereich stellt sich die Frage, ob das heutige, ausschliesslich hochschulbasierte Ausbildungsmodell für Kindergarten- und Unterstufenlehrpersonen noch zeitgemäss ist oder ob ergänzend stärker praxisorientierte, duale Ausbildungswege sinnvoll wären.
Die Höhere Fachschule Kindheitspädagogik HF und verwandte Bildungsgänge vermitteln bereits heute vertiefte frühpädagogische Kompetenzen. Es drängt sich auf zu prüfen, ob und wie solche Angebote – in Kombination mit einer Berufsmaturität und in Kooperation mit den Pädagogischen Hochschulen – als anerkannter Ausbildungsweg in den Lehrberuf im Frühbereich dienen könnten.
Quelle: Parlament.ch Curia Vista, automatisch importiert.
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