Lebensrettende Prävention von Brustkrebs fördern: Senkung der Altersgrenze für Mammographie-Screenings
Wie beurteilt der Bundesrat den Status quo in der Prävention von Brustkrebs in der Schweiz und in den verschiedenen Kantonen? Wie beurteilt der Bundesrat die Tatsache, dass bei Frauen unter 50 weltweit eine Zunahme von Brustkrebsfällen verzeichnet wird und dass es sich um die zw...
Amtlicher Inhalt
- Geschaeft
- 26.3870
- Typ
- Interpellation
- Status
- Eingereicht
Vorstosstext
- Wie beurteilt der Bundesrat den Status quo in der Prävention von Brustkrebs in der Schweiz und in den verschiedenen Kantonen?
- Wie beurteilt der Bundesrat die Tatsache, dass bei Frauen unter 50 weltweit eine Zunahme von Brustkrebsfällen verzeichnet wird und dass es sich um die zweithäufigste Todesursache handelt bei den 40 bis 49-jährigen Frauen?
- Wie rechtfertigt der Bundesrat die heutige Altersgrenze von 50 Jahren bei Mammographie-Screenings – obschon die aktuellen medizinischen Erkenntnisse für einen früheren Beginn der Prävention sprechen?
- Ist der Bundesrat bereit gegenüber den Kantonen Empfehlungen auszusprechen, um das Eintrittsalter für die Mammographie-Screenings zu senken?
- Welche konkreten Massnahmen will der Bundesrat ergreifen, um rechtlich das Eintrittsalter für Mammographie- Screenings zu senken?
Begruendung
Mammographie-Screenings sind zentral, um Brustkrebs im frühen Stadium zu erkennen und so die Heilungsaussichten zu verbessern. Mit kantonalen Mammographie-Screening-Programmen übernimmt die Grundversicherung die Kosten für die Früherkennung bei Frauen ab 50 Jahren. Diese Altersgrenze entspricht nicht mehr der medizinischen Evidenz. Weltweit nehmen Brustkrebsfälle bei Frauen unter 50 Jahren zu. Sie gehören bei der Altersgruppe von 40 – bis 49- Jährigen zur zweithäufigsten Todesursache. Ein Blick in umliegende Länder zeigt, dass eine Senkung des Eintrittsalters für Mammographie-Screenings angezeigt ist: Deutschland und Österreich empfehlen das Screening bereits ab 45 Jahren. Schweden praktiziert das Screening unter fünfzig bereits seit ¨20 jahren. Die aktuelle Studie «Effect of mammographic screening from age 40 years on breast cancer» zeigt, dass regelmässige Mammographien ab 40 Jahren die Sterblichkeitsrate um rund 25 Prozent senken können.
Die Screenings sind eine gute Massnahme, um die Sterblichkeitsrate von Brustkrebs in der Schweiz merklich zu senken. Sie sind auch wirtschaftlich sinnvoll, da die Kosten bei fortgeschrittenem Krebs massiv ansteigen. Die Senkung des Eintrittsalters rettet Leben und kann zu einer Senkung der Gesundheitskosten beitragen. Eine frühere Diagnose ermöglicht weniger intensive und weniger kostenintensive Therapien und eine raschere Rückkehr in den Alltag. Internationale Modellrechnungen zeigen, dass Screenings in jüngeren Altersgruppen eine günstige Kosten-Nutzen-Relation aufweisen.
Quelle: Parlament.ch Curia Vista, automatisch importiert.
Diskussion
Kommentare
Kommentare werden geladen...