Amtlicher Inhalt

Geschaeft
26.3872
Typ
Interpellation
Status
Eingereicht

Vorstosstext

Die Schweiz stimmt am 27. September 2026 über die Ernährungsinitiative ab. Die Initiative verfolgt neben der Umstellung der Ernährung auf rein pflanzliche Kost einen Netto Selbstversorgungsgrad von 70 Prozent und einen weitgehenden Verzicht auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel.

Im Rahmen einer sachlichen Einordnung ist es wichtig zu verstehen, ob und wie sich diese beiden Ziele miteinander vereinbaren lassen. Pflanzenschutzmittel schützen Ernten vor Pilzen, Schädlingen und Unkraut. Fallen sie weg, ohne dass gleichwertige Alternativen verfügbar sind, drohen tiefere Erträge, eine grössere Abhängigkeit von Importen und steigende Lebensmittelpreise. Gleichzeitig besteht das berechtige Anliegen die Artenvielfalt, die Biodiversität und die Trinkwasserqualität hochzuhalten und die natürlichen Lebensgrundlagen so schonend wie möglich zu nutzen. Es gilt einen vernünftigen Ausgleich zwischen Ertrag und Schutz zu finden.

Der Bundesrat wird um die Beantwortung folgender Fragen gebeten:

  1. Wie haben sich die in der Schweiz verfügbaren Pflanzenschutzmittel-Wirkstoffe in den letzten 25 Jahren entwickelt, und wie viele Indikationslücken bestehen heute in wichtigen Kulturen (z.B. Gemüse, Obst, Kartoffeln, Getreide)?
  2. Wie hoch schätzt der Bundesrat das Ertragspotential von Anbausystemen wie Mischkulturen, agroforstwirtschaftliche Anbauformen oder regenerative Landwirtschaftspraxen im Vergleich zum heute praktizierten Anbausystem mit integriertem Pflanzenschutz und mineralischem Dünger? 
  3. Wie wirkt sich ein vollständiger Verzicht auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel nach Einschätzung des Bundesrats auf den Selbstversorgungsgrad und die Importabhängigkeit der Schweiz aus? Ist es realistisch, gleichzeitig den Pflanzenschutz stark einzuschränken und den Selbstversorgungsgrad zu erhöhen? Wenn ja, mit welchen Kosten für den Staat?
  4. Welche Folgen erwartet der Bundesrat für die Landwirtschaft in Bezug auf die Ressourceneffizienz (= Ertrag eines bestimmten Produkts im Verhältnis zu den eingesetzten Ressourcen Kapital, Arbeit, Rohstoffe, Landflächen)?
  5. Welche Folgen erwartet der Bundesrat für die Konsumentinnen und Konsumenten, insbesondere bezüglich Lebensmittelpreise, beim Angebot an inländischem Obst und Gemüse und bei der Qualität, Haltbarkeit und Lebensmittelsicherheit (z.B. Mykotoxine)?

Quelle: Parlament.ch Curia Vista, automatisch importiert.