Amtlicher Inhalt

Geschaeft
26.4078
Typ
Interpellation
Status
Eingereicht

Vorstosstext

Die gesundheitlichen und gesellschaftlichen Folgen zunehmender Hitze sind gut dokumentiert. Bund und Forschung verfügen über umfangreiche Erkenntnisse zu hitzebedingter Sterblichkeit, Notfallkonsultationen und besonders gefährdeten Bevölkerungsgruppen. Daraus wurden bereits Hitzeaktionspläne, Verhaltensempfehlungen und weitere Präventionsmassnahmen entwickelt. 

 

Internationale Studien zeigen einen Zusammenhang zwischen hohen Temperaturen und einer Zunahme häuslicher und geschlechtsspezifischer Gewalt. Mit häufigeren und intensiveren Hitzeperioden gewinnt somit auch dieses Risiko an Bedeutung. In den bestehenden Massnahmen zum Hitzeschutz und zur Gewaltprävention wird dieser Zusammenhang bislang jedoch kaum berücksichtigt. 

 

Dabei liegen konkrete Handlungsmöglichkeiten auf dem Tisch: Hitzewarnungen können mit Informationen zu Opferhilfe und Schutzangeboten verbunden, Beratungsstellen und Frauenhäuser auf Hitzeperioden vorbereitet und Polizei, Sozialarbeit und Gesundheitswesen für ein erhöhtes Eskalationsrisiko sensibilisiert werden. Auch öffentlich zugängliche Räume können genutzt werden, um gefährdete Personen niederschwellig Informationen und Unterstützung anzubieten. 

Der Bundesrat muss hier mehr Verantwortung übernehmen. Die Verhinderung von häuslicher und geschlechtsspezifischer Gewalt muss stärker priorisiert werden.

 

 

Ich bitte den Bundesrat um Beantwortung folgender Fragen: 

 

  1. Welche konkreten Massnahmen hat der Bundesrat aufgrund der Erkenntnisse zum Zusammenhang zwischen Hitze und häuslicher beziehungsweise geschlechtsspezifischer Gewalt bisher ergriffen? 
  2. Wie wird dieser Zusammenhang in den bestehenden Massnahmen des Bundes zum Hitzeschutz und zur Gewaltprävention berücksichtigt? 
  3. Beabsichtigt der Bundesrat, Hitzewarnungen künftig mit Informationen zu Opferhilfe und Schutzangeboten zu verbinden? Falls nein, weshalb nicht? 
  4. Wie beabsichtigt der Bundesrat Kantone und Gemeinden bezüglich dieser Thematik zu unterstützen? 
  5. Wie stellt der Bundesrat sicher, dass Frauenhäuser, Opferhilfestellen, Polizei sowie Sozial- und Gesundheitswesen auf ein erhöhtes Gewaltrisiko während Hitzeperioden vorbereitet sind? 
  6. Welche weiteren Massnahmen erachtet der Bundesrat als notwendig, damit aus den vorhandenen Erkenntnissen konkrete Präventions- und Schutzmassnahmen folgen? 

Quelle: Parlament.ch Curia Vista, automatisch importiert.