Abstimmung vom 2026-06-14

Bundesrat / Parlament Nein
Initiativkomitees Ja
Diskussion Kommentare

Abstimmungsfrage

Wollen Sie die Volksinitiative «Keine 10-Millionen-Schweiz! (Nachhaltigkeitsinitiative)» annehmen?

Inhalt

Ende 2025 lebten rund 9,1 Millionen Personen in der Schweiz. Seit Einführung der Personenfreizügigkeit im Jahr 2002 ist die Bevölkerung um rund 1,7 Millionen Personen gewachsen. Das ist hauptsächlich auf die Zuwanderung zurückzuführen. Wie viele Menschen zuwandern, hängt vor allem vom Arbeitsmarkt ab. Floriert die Wirtschaft, so finden Unternehmen nicht genügend Arbeitskräfte in der Schweiz. Unternehmen, aber auch öffentliche Einrichtungen wie Spitäler und Pflegeheime rekrutieren dann fehlende Fachkräfte häufig im EU-Raum.

Die Initiative «Keine 10-Millionen-Schweiz! (Nachhaltigkeitsinitiative) » verlangt, die ständige Wohnbevölkerung zu begrenzen: Vor 2050 müsste die Bevölkerung der Schweiz unter 10 Millionen Menschen bleiben. Würde die ständige Wohnbevölkerung 9,5 Millionen Personen vor 2050 überschreiten, so müssten Bundesrat und Parlament insbesondere im Asylbereich und beim Familiennachzug Massnahmen ergreifen. Der Bundesrat müsste zudem bei internationalen Abkommen, die zum Bevölkerungswachstum beitragen, Ausnahmebestimmungen und Schutzklauseln anrufen oder aushandeln. Würde die 10-Millionen-Grenze überschritten, so müsste die Schweiz diese Abkommen kündigen, nach zwei Jahren auch das Abkommen mit der EU über die Personenfreizügigkeit. Dadurch würden auch die anderen Verträge der Bilateralen I wegfallen. Auch die Beteiligung der Schweiz an den Schengen- und Dublin-Abkommen der EU wäre infrage gestellt und damit die enge Zusammenarbeit im Sicherheits- und Asylbereich.

Im Detail

Seit Einführung der Personenfreizügigkeit im Jahr 2002 ist die Bevölkerung um rund 1,7 Millionen Personen gewachsen. 80 Prozent davon sind auf die Zuwanderung zurückzuführen, insbesondere aus den EU/EFTA-Staaten.

Bei guter Wirtschaftslage finden die Unternehmen nicht genügend Arbeitskräfte in der Schweiz.

Dank der Personenfreizügigkeit können Unternehmen des privaten und des öffentlichen Sektors wie Spitäler und Pflegeheime im EU/ EFTA-Raum rasch und unbürokratisch ausländische Arbeitskräfte rekrutieren.

Zwar beziehen sie mehr Leistungen der Arbeitslosenversicherung (ALV), als sie Beiträge bezahlen.

Doch leisten sie deutlich mehr Beiträge an AHV, IV und Erwerbsersatzordnung (EO), als sie daraus beziehen.

Die Schweizer Unternehmen und öffentliche Einrichtungen wie Spitäler und Pflegeheime werden weiterhin auf ausländische Arbeitskräfte angewiesen sein, um offene Stellen besetzen zu können.

Die Zahl der Menschen, die in Pension gehen, ist bereits heute grösser als die Zahl jener, die neu in den Arbeitsmarkt eintreten.

Darüber hinaus geht er die Herausforderungen bei Raumplanung, Verkehr, Energie oder Umwelt mit einer Vielzahl von Massnahmen an.

Die Initiantinnen und Initianten wollen die Zuwanderung zum Schutz der Umwelt und im Interesse der dauerhaften Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen begrenzen und die Leistungsfähigkeit der Infrastrukturen, der Gesundheitsversorgung sowie der Sozialversicherungen erhalten.

Bund und Kantone müssen nach Annahme der Initiative Massnahmen ergreifen, insbesondere wenn gewisse Grenzwerte überschritten werden.

Wenn vor 2050 die ständige Wohnbevölkerung der Schweiz die 9,5-Millionen-Grenze überschreitet, sieht die Initiative Folgendes vor: – Der Bundesrat und das Parlament müssen insbesondere im Asylbereich und beim Familiennachzug handeln.

Welche weiteren Massnahmen ergriffen werden müssen, präzisiert die Initiative nicht. – Vorläufig aufgenommene Personen dürfen keine Aufenthaltsoder Niederlassungsbewilligung und auch kein anderes Bleiberecht mehr erhalten und können sich auch nicht einbürgern lassen. – Der Bundesrat muss bei internationalen Abkommen, die zum Bevölkerungswachstum beitragen, Ausnahmeoder Schutzklauseln anrufen oder aushandeln oder diese Abkommen neu verhandeln.

Davon könnten zum Beispiel das Abkommen über die Personenfreizügigkeit mit der EU, die Europäische Menschenrechtskonvention, die Genfer Flüchtlingskonvention oder die UNO-Kinderrechtskonvention betroffen sein.

Forderungen der Initiative Bis 2050 maximal 10 Millionen Menschen Massnahmen bei 9,5 Millionen Menschen Gemäss Vorausschätzungen des Bundes dürfte die Schwelle von 9,5 Millionen Menschen im Jahr 2031 überschritten werden.

Wenn die ständige Wohnbevölkerung der Schweiz die 10-Millionen-Grenze überschreitet, sieht die Initiative Folgendes vor: – Bundesrat und Parlament müssen alle zur Verfügung stehenden Massnahmen ergreifen, damit die ständige Wohnbevölkerung wieder unter die 10-Millionen-Grenze fällt. – Internationale Abkommen, die zum Bevölkerungswachstum beitragen, müssen auf den nächstmöglichen Termin gekündigt werden.

Ab 2050 kann der Bundesrat den Grenzwert von 10 Millionen um einen allfälligen Geburtenüberschuss erhöhen.

Falls die ständige Wohnbevölkerung zwei Jahre nach dem erstmaligen Überschreiten der 10-Millionen-Grenze noch immer über diesem Wert liegt, muss das Abkommen über die Personenfreizügigkeit mit der EU gekündigt werden.

Die Schweiz könnte von einer Kündigung absehen, wenn bis dahin Ausnahmeoder Schutzklauseln angewendet oder angerufen werden konnten, mit denen die Einhaltung dieser 10-MillionenGrenze erreicht wird. 6 Das Bundesamt für Statistik berechnet jeweils drei Szenarien zur Bevölkerungsentwicklung.

Das Referenzszenario schreibt die Entwicklungen der letzten Jahre fort und gemäss diesem Szenario dürfte die Schwelle von 9,5 Millionen im Jahr 2031 überschritten werden.

Der Schweizer Wirtschaft und öffentlichen Einrichtungen wie Spitälern und Pflegeheimen würden Arbeitskräfte fehlen.

Die Kündigung des Abkommens über die Personenfreizügigkeit würde die Rekrutierung von Arbeitskräften aus dem EU/EFTA-Raum erschweren.

Wegen der Kündigung würde es auch für Schweizerinnen und Schweizer schwieriger, im EU/EFTA-Raum zu arbeiten.

Das Abkommen über die Personenfreizügigkeit ist mit den anderen Abkommen der Bilateralen I verknüpft.

Bei einer Kündigung des Abkommens über die Personenfreizügigkeit treten diese automatisch ausser Kraft.

Video

Empfehlungen und Argumente

Nein

Bundesrat und Parlament

Volksabstimmung NEIN

Bei einer Begrenzung der ständigen Wohnbevölkerung könnten sie Arbeitskräfte nur noch eingeschränkt in der EU rekrutieren. Spitäler und Pflegeheime könnten alte und kranke Menschen nicht mehr wie gewohnt behandeln und pflegen. Auch andere Branchen, z.B. das Baugewerbe, stünden vor grossen Pro blemen; dies würde den Infrastrukturen schaden. Deshalb will der Bundesrat den bilateralen Weg fortführen und so den Wohlstand langfristig sichern. Bei einer Beendigung der SchengenZusammenarbeit könnte die Schweiz nicht mehr auf Datenbanken der EU zugreifen, die für den Schutz der Bevölkerung wichtig sind. Asylsuchende, die in einem EU-Staat abgewiesen wurden, könnten in der Schweiz ein neues Gesuch stellen. Bund und Kantone hätten im Asylbereich und bei der inneren Sicherheit jährliche Mehrkosten von hunderten Millionen Franken. Weniger Wohlstand Gesellschaftliche Probleme Unsichere Beziehungen zur EU Weniger Sicherheit Mehr Asylgesuche Argumente Bundesrat und Parlament Die Initiative gefährdet den Wohlstand, das Funktionieren der Gesellschaft, die innere Sicherheit und die humanitäre Tradition der Schweiz. In politisch instabilen Zeiten ist die Schweiz auf verlässliche Partnerschaften angewiesen. Bundesrat und Parlament lehnen die Vorlage insbesondere aus folgenden Gründen ab: Die Initiative gefährdet die humanitäre Tradition. Wenn die Schweiz Abkommen zum Schutz der Menschenrechte nicht mehr wie bisher respektieren würde, würde sie sich aussenpolitisch isolieren und ihre Glaubwürdigkeit verlieren. Er will das inländische Potenzial an Arbeitskräften besser ausschöpfen, den gemeinnützigen Wohnungsbau fördern und die Zahl der Asylgesuche deutlich reduzieren.

Ja

Initiativkomitees

Volksabstimmung JA

Aktuell kommen pro Jahr über 100'000 Personen zusätzlich in die Schweiz: aus der EU, aus Drittstaaten oder über das Asylsystem: viele aus fremden, islamischen Kulturen. Die meisten Schweizerinnen und Schweizer können sich kein Wohneigentum mehr leisten – obwohl viel mehr gebaut wird. Studien zeigen: Je mehr fremdsprachige Kinder in einer Schulklasse sind, desto tiefer ist das durchschnittliche Bildungsniveau. Die Zuwanderung sorgt für noch mehr Zuwanderung. 100'000 Zuwanderinnen und Zuwanderer brauchen zusätzlich rund 45'000 Wohnungen und rund 2200 Ärztinnen, Ärzte und Pflegende. Sehr hohe Zuwanderung Wohnungsnot Natur und Landwirtschaft unter Druck Schule am Anschlag Zuwanderung verschärft Fachkräftemangel Argumente Argumente Argumente Initiativkomitee Wir alle sehen und spüren die Folgen der massiven Zuwanderung: Wohnungsnot, die Mieten werden immer teurer. Die Nachhaltigkeits-Initiative sorgt für eine vernünftige Zuwanderung: Die ständige Wohnbevölkerung darf bis 2050 die 10-Millionen-Grenze nicht überschreiten. Die Initiative verpflichtet die Politik zu einer massvollen Zuwanderung in die Schweiz: Ja zu einer nachhaltigen Bevölkerungsentwicklung statt zu einer ungebremsten Zuwanderung. Ja zur Volksinitiative «Keine 10-Millionen-Schweiz! (Nachhaltigkeitsinitiative)» Darum empfiehlt das Initiativkomitee: Ja nachhaltigkeitsinitiative.ch Keine 10-MillionenSchweiz Ja zu einer nachhaltigen Entwicklung Empfehlung des Initiativkomitees

Abstimmung im Parlament

Abstimmung im Parlament

Namentliche Abstimmungen im Parlament

Eintreten 2025-09-25

Ja: Antrag der Mehrheit (Nichteintreten)

Nein: Antrag der Minderheit Pfister Gerherd (Eintreten)

Ja 161Nein 30Entschuldigt 2Nicht teilgenommen 5
Ja Nein Enthaltung Abwesend 111 mit Rede
SP GRÜNE GLP Mitte FDP SVP Andere
Art. 2 2025-09-25

Ja: Antrag der Mehrheit (Empfehlung auf Ablehnung der Volksinitiative)

Nein: Antrag der Minderheit I Schmid Pascal (Empfehlung auf Annahme der Volksinitiative)

Ja 121Nein 64Enthaltung 6Entschuldigt 2Nicht teilgenommen 5
Ja Nein Enthaltung Abwesend 111 mit Rede
SP GRÜNE GLP Mitte FDP SVP Andere
Bundesbeschluss zur Volksinitiative «Keine 10-Millionen-Schweiz! (Nachhaltigkeitsinitiative)» 2025-12-19

Ja: Adopter le projet (recommendation de rejeter l'iv. po.)

Nein: Rejeter le projet

Ja 123Nein 67Enthaltung 6Entschuldigt 2Nicht teilgenommen 1
Ja Nein Enthaltung Abwesend 111 mit Rede
SP GRÜNE GLP Mitte FDP SVP Andere

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Unterlagen

Resultate

Die Abstimmung ist noch offen. Resultate werden erst nach der Auszählung angezeigt.

Quellen: admin.ch, Fedlex und VoteInfo / BFS, automatisch importiert.